Wenn Angst um den Verstand bringt

Wenn Angst um den Verstand bringt

Wenn Angst um den Verstand bringt

 

Angst hat viele Gesichter.

Es gibt z. B. die phobischen Ängste, Ängste die sich auf ein bestimmtes Objekt beziehen, wie bei der Spinnenphobie oder die Höhenangst. Bei der soziale Phobie fürchten die Betroffenen, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, sich nicht angemessen oder peinlich zu verhalten und deshalb möglicherweise kritisiert zu werden. Während der generalisieren Angststörung besteht eine lang andauernde, unangemessene Angst und Sorge, die sich auf verschiedene Alltagssituationen bezieht. Ständig kreisen die Gedanken darum, etwas furchtbares könnte passieren. Alle Ängste haben in der Regel eins gemeinsam, sie schränken den Alltag stark ein und bringen manche Menschen fast um ihren Verstand.

Hier einmal ein Beispiel für eine Panikstörung:

Karin., 32 Jahre, verheiratet und Mutter von 2 Kindern, geht wie gewohnt in den Supermarkt um ihren wöchentlichen Einkauf zu erledigen. Sie steht gerade vor der Fleischtheke als ohne ersichtlichen Grund ihr Herz zu rasen anfängt und ihr schwindelig wird. Ihr wird heiß, sie fängt an zu schwitzen und sie hat das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen. Dabei atmet sie immer schneller, beginnt zu zittern und scheint die Kontrolle über ihren Körper zu verlieren. Todesangst steigt in ihr auf. Sie würde gerne wegrennen, das geht aber nicht, weil ihr Körper ihr nicht mehr „gehorchen“ möchte. Sie hält sich am Einkaufswagen fest und bemüht sich um Beherrschung, damit die Menschen um sie herum nichts merken.

Ihr schießt der Gedanke an einen Herzinfarkt durch den Kopf. Oder ist es vielleicht ein Schlaganfall? Ein Mitarbeiter bemerkt dass etwas mit ihr nicht stimmt, bietet ihr einen Platz im Büro an und verständigt den Notarzt, der sie ins Krankenhaus fährt. Dort wird sie untersucht, doch es gibt keine auffälligen organischen Befunde. Es ist kein Herzinfarkt, auch kein Schlaganfall.  Ihr wird empfohlen Stress zu vermeiden und Entspannungsübungen machen. Somit wird sie entlassen, mit Beruhigungsmittel für den Notfall. Und allein gelassen mit dieser Erfahrung.                                                                Einige Wochen später ist Karin zu Besuch bei einer Freundin und plötzlich passiert ihr noch einmal dasselbe. Wieder Atemnot, wieder Schwindel, wieder Ohnmachtsgefühl, Schweißausbruch und Todesangst. Dieses mal fühlt sie sich sicherer. Ihre Freundin ist bei ihr und beruhigt sie. Nach wenigen Minuten sind die Symptome verschwunden. Doch sie fühlt sich matt und ausgelaugt wie nach einem Marathonlauf.

Sie ist sich sicher: Ich bin krank! Die Ärzte müssen etwas übersehen haben! Aber der Arzt bestätigt ihr noch einmal, dass sie gesund sei, organisch gesund und ihr wird nahegelegt einen Therapeuten aufzusuchen. Mehrere Gespräche bei einem Psychologen äußern den Verdacht einer Panikstörung. Karin entwickelt die Angst vor der Angst und sie fürchtet erneut eine Panikattacke zu erleiden. Diese Angst begleitet sie jeden Tag, weshalb sie sämtliche Orte vermeidet, an denen „es“ passieren könnte und entwickelt infolge dessen eine soziale Phobie. Nachdem sie auch zuhause eine Panikattacke erleidet, beschießt sie, sich einer Therapie zu unterziehen.

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Habt ihr schon einmal Ängste erlebt, die euren Alltag einschränken? Wie erlebt ihr eure Ängste und wie „sehen“ sie aus? Was hat euch geholfen, die Angst zu bearbeiten?

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